Kreuzspitze und Großvenediger
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I ♥ HIBI aktualisiert: 13.06.16
(CSS3)

Finsterwitzkopf 2.254 m

Ein Aussichtsberg direkt über Hinterbichl

Manch einem erscheint der Aufstieg zum Fin­ster­witzkopf eher als Strafexpedition, aber der sehr steile Steig auf die zwischen Maurer- und Hin­ter­bichler Dorfertal stehende grasbedeckte Kuppe ist genau das Richtige für Leute, die einen einsamen Aussichtsberg suchen.

Am einfachsten beginnst du die Tour am Parkplatz Groderhof, du kannst aber auch neben der Islitzer Mühle über einen Wiesensteig starten.

Der Weg beginnt verhalten und führt über die Wiese hinter dem Parkplatz in wenigen Minuten zu einer Bank am bekannten Venedigerblick. Dies ist die einzige talnahe Stelle, von der aus man den Großvenediger sehen kann.

 

Venedigerblick hinter dem Groderhof

Der Steig führt nun nach links weg und wird ziemlich schnell steiler. Eine Stunde lang heißt es nun anstrengend entlang einer Felswand durch den Wald zu steigen. Die erste Verschnaufpause bietet sich an, wenn du zwischen Felsen in eine kleine, sumpfige Mulde mit einer verfallenen Holzschupfe trittst.

Jetzt wird es wieder steiler, und der Steig wird immer schmaler, teilweise ist er nur fußbreit. Ein paar Passagen führen an sehr, sehr steilen und tiefen Abhängen entlang, hier muss man wirklich aufpassen, Ausrutschen wäre fatal!

Neben einem Hochplateau, auf dem du dann wieder etwas zu Atem kommst, liegt - etwas versteckt - eine Jägerhütte, die neben einigen zur Rast einladenden Bänken etwas recht Einzig­artiges bietet: Ein Panorama-WC...

In Schleifen geht es aus dem Hochplateau hinaus, der Weg ist nun nicht mehr sehr steil und weniger anstrengend. Ein kleines, ausgesetztes Schartl trennt sehr schmal die beiden Täler, links und rechts geht's scheinbar bodenlos in die Tiefe, aber ganz so spektakulär ist diese Stelle nicht, da hineingewachsene Bäume und Sträucher den Ab­grund etwas entschärfen.

Über felsdurchsetzte Grasmatten geht es weiter zur Wiesenkuppe des Finsterwitzkopfes mit sei­nem improvisierten Gipfelkreuz. Die großzügige, mit Edelweiß bedeckte Rasenfläche lädt zu einer längeren Aussichtsrast ein. Sehr schöne Blicke nach Süden in den Lasörlingkamm, eine be­eindruckende Sicht auf die Venedigergruppe und ins Maurertal hinein.

Der Abstieg erfolgt auf gleichem Weg, wegen der Steilheit des Geländes kann das sehr mühsam sein, und wenn du unten angekommen bist, wirst du das wahrscheinlich ein bisschen in den Knochen spüren...

Toureninfo

SymbolWenn man am Groderhof parkt und die Sache lang­sam angeht, ist die Tour mit normaler Kon­dition und Ausdauer zu schaffen, aber es geht schon recht steil zu! Zeiten: Groderhof - Gipfel: 2h - 2½h, Abstieg 1½h - 2h. Höhenmeter: ca. 740 m

SymbolEinige Passagen auf fußbreitem Steig entlang sehr steiler Flanken könnten manchem etwas heikel erscheinen.

SymbolTrittsicherheit! Der Aufstieg durch den Wald und entlang der Bergflanke geht über schlüpfrige und holprige Steigpassagen: Stolper- und Rutschgefahr auf Baumwurzeln und in Graspassagen!

SymbolNur bei trockenen Verhältnissen ratsam! Bei Näs­se tendenziell lebensgefährlich! 

Aufsteigen...

Nach Osten zu bietet dieser Aussichtsberg eine wahre Überraschung. Die bekannten Gipfel der Venediger- und der Lasörlinggruppe habe ich im Verlauf der Jahre schon oft aus großer Höhe betrachten können, so dass verschiedene Standorte meist nur Nuancen des Ausblicks schaffen. Aber hier steht fast zum Greifen nah direkt gegenüber der wuchtige, von Wind und Wetter zu drei scharfkantigen und rauen Türmen geformte Bergstock rund um die Rote Säule. Zwischen den eng zusammengedrängten Aufbauten schneiden tiefe Rinnen in den Fels, die vom Schlagschatten der Kanten in fast undurchdringliches Dunkel getaucht sind. Diese wild zerklüftete Formation unterbricht den mit kargen Matten bedeckten Steilhang.

SymbolPeter M. Faißt: Aufsteigen - Bergmomente über dem Virgental (S. 123)

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